» In der Beurteilung von Musik gibt es in unserer Gesellschaft vier Kategorien von Menschen: jene zahlreichen, die nur ihrem rohen, ungeformten Geschmack folgen und nur durch Zufall auf gute Musik treffen, die Essenz dieser Musik jedoch auf Grund der unkultivierten Benommenheit ihrer Sinne nicht wirklich wahrnehmen; jene wenigen, die etwas mehr von Musik verstehen, weil sie vielleicht einmal ein Instrument erlernt haben oder häufig guter Musik ausgesetzt waren, diese aber nicht mit letzter Sicherheit erkennen können; jene noch geringeren an der Zahl, die tatsächlich etwas von Musik verstehen und in der Regel ein Instrument in derart fortgeschrittenem Maße beherrschen, dass sie davon leben können, die aus diesem Grunde allerdings auch schlecht gemachte Musik als gute darstellen, weil sie sie für ihre Zwecke vermarkten wollen und insbesondere den ersten beiden Kategorien von Menschen gefallen wollen (die zu demselben Zwecke noch nicht einmal davor zurückschrecken, die Seele guter Musik zu massakrieren); und jene seltenen, glücklichen Exemplare, die den Geist und die Seele der Musik wahrhaft erfasst und verstanden haben und ihr Urteil weder von finanziellen oder egozentrischen Interessen, noch von fehlgeleiteten, künstlich anerzogenen Ansichten, noch von falscher Rücksichtnahme und Demut vor großen Namen der Musikgeschichte leiten lassen. «
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Nicolas von Kospoth