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2. Februar 2026


»Kühleren Auges seh ich
Um mich, mein Schritt ward gemach;
Aber immer noch geh ich
Dem Regenbogen nach.«

~ Hartwig Meyer-Bothling (1916-2001)


11. März 2017


Mut!

Fliegt der Schnee mir ins Gesicht,
Schüttl ich ihn herunter.
Wenn mein Herz im Busen spricht,
Sing ich hell und munter.

Höre nicht, was es mir sagt,
Habe keine Ohren.
Fühle nicht, was es mir klagt,
Klagen ist für Toren.

Lustig in die Welt hinein
Gegen Wind und Wetter!
Will kein Gott auf Erden sein,
Sind wir selber Götter.


~ Wilhelm Müller, Die Winterreise, S. 43 (bibliogr.)


6. März 2017


» Blicke ich auf meine geistige Entwicklung, so meine ich, etwas von Kindheit an Gleichbleibendes zu sehen. Die Grund-Verfassung der Jugend hat sich im Laufe des Lebens geklärt, im Stoff des Weltwissens bereichert, aber es hat niemals Wandlungen der Überzeugung gegeben, keinen Bruch, keine Krise und Wiedergeburt. «

~ Karl Jaspers. Aus DIE ZEIT Nr. 7/2017:
Karl Jaspers: Mit leichter Hand [Link: ZEIT Online].


31. Januar 2017


» I was without faith. Full of regret that I could not believe in God. I was upset with people who said to me, 'What? You don't believe? You don't have faith? Well, if you don't have it, you just don't know,' in a very upsetting, smart-alecky tone that many people have. They give it to you in a very superior way. They are in touch with God, you are not! If you don't know, old man, it's your tough luck. I doubt these people. Maybe they let the barriers down at a certain point, and don't resist, and they let something rush in that they call God. I'm too hardheaded for that. I have been in rebellion against God and Government ever since I can remember. As a result I am tormented, as if I have been missing something that others have. You can have fame, fortune, be an international character, and wonder whether some little guy who has faith has something bigger than anything you haver ever had. «

~ Errol Flynn, My Wicked, Wicked Ways, S. 20 (bibliogr.)



» Ich war ohne Glauben. Voller Bedauern, dass ich nicht an Gott glauben konnte. Ich habe mich über Menschen geärgert, die zu mir in dem äußerst erschütternden, besserwisserischen Ton, den manche Leute an sich haben, sagten: "Wie bitte? Du glaubst nicht? Du bist nicht gläubig? Na ja, wenn du es nicht bist, dann hast Du einfach keine Ahnung." Sie sagen dir das in einer sehr überlegenen Art und Weise. Sie stehen in Verbindung zu Gott, du nicht! Wenn du keine Ahnung hast, alter Mann, dann ist das dein Pech. Ich zweifle an diese Menschen. Vielleicht haben sie an einem gewissen Punkt die Deckung fallen gelassen und widersetzen sich nicht mehr, und sie lassen etwas eindringen, das sie Gott nennen. Ich bin dafür zu eigensinnig. Seitdem ich denken kann, habe ich mich in Rebellion gegen Gott und die Regierung befunden. Als Folge davon quäle ich mich, als würde mir etwas fehlen, das andere besitzen. Du kannst berühmt, reich und eine internationale Person sein und dich [dennoch] fragen, ob irgendein kleiner Kerl der gläubig ist etwas besitzt, das größer ist, als alles was du jemals besessen hast. «

(Übersetzung: Nicolas von Kospoth)


23. Januar 2017


» Une puissance supérieure me pousse à un but que j'ignore; tant qu'il ne sera pas atteint, je serai invulnérable, inébranlable; dès que je ne lui serai plus nécessaire, une mouche suffira pour me renverser. «

~ Napoléon Bonaparte



» Eine höhere Macht drängt mich auf ein Ziel zu, das mir unbekannt ist; solange es nicht erreicht ist, werde ich unverwundbar, unerschütterlich sein; sobald ich ihr nicht mehr von Nutzen sein werde, wird eine Fliege genügen, mich umzustoßen. «

(Übersetzung: Nicolas von Kospoth)


30. Dezember 2016


» Die Liebe - darüber sind nun alle Gelehrten einig - ist eine der couragiösesten Eigenschaften des menschlichen Herzens, die Bastionen von Rang und Stand schmettert sie mit einem Feuerblicke darnieder, die Welt ist ihr zu eng und die Ewigkeit zu kurz. Ja, sie ist eigentlich ein Poetenmantel, der den jeder Phantast einmal in der kalten Welt umnimmt, um nach Arkadien auszuwandern. «

~ Joseph von Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts,
S. 120


29. Dezember 2016


» [...] da freute ich mich wie ein Kind; alt nur darin, daß ich zugleich mich auch darüber freute, mich noch so freuen zu können. «

~ Adelbert von Chamisso, Reise um die Welt,
S. 116 (bibliogr.)


2. Dezember 2016


» Ich bin Franzose in Deutschland und Deutscher in Frankreich, Katholik bei den Protestanten, Protestant bei den Katholiken, Freidenker bei den Frommen und Hechler bei den Vorurteilslosen, Weltmann bei den Gelehrten und Perdant in der Welt, Jakobiner bei den Aristokraten und bei den Demokraten ein Adeliger, ein Mensch des alten Regimes, usw. ... Ich bin unglücklich. «

~ Adalbert von Chamisso an Germaine de Staël.
Zitiert in einem Nachwort von Rudolf Mingau zu
Chamissos Reise um die Welt, S. 456 (bibliogr.)