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28. November 2025
»Die Leute haben (mit Hilfe von Konventionen) alles nach dem Leichten hin gelöst und nach des Leichten leichtester Seite; es ist aber klar, daß wir uns an das Schwere halten müssen; alles Lebendige hält sich daran, alles in der Natur wächst und wehrt sich nach seiner Art und ist ein Eigenes aus sich heraus, versucht es um jeden Preis zu sein und gegen allen Widerstand. Wir wissen wenig, aber daß wir uns zu Schwerem halten müssen, ist eine Sicherheit, die uns nicht verlassen wird; [...] daß etwas schwer ist, muß uns ein Grund mehr sein, es zu tun.«
1. März 2017
» Wenn sich unsere jungen Leute gewöhnten, gegen drei Gedichtchen für das Herz nur eines für den Kopf zu machen, so hätten wir Hoffnung, einmal im Alter einen Mann zu sehen, der Kopf und Herz hätte - die seltenste Erscheinung. Die meisten haben nicht mehr Licht im Kopf, als gerade nöthig ist zu sehen, dass sie nichts darin haben. «
~
Georg Christoph Lichtenberg, Aphorismen, um 1800-1806.
Aus Blickfeld Deutsch, S. 165 (bibliogr.)
Aus Blickfeld Deutsch, S. 165 (bibliogr.)
28. Februar 2017
» Sei nicht geschickt, man wird dich wenig hassen,
Weil dir dann jeder ähnlich ist;
Doch je geschickter du vor vielen andern bist,
Je mehr nimm dich in Acht, dich prahlend sehn zu lassen.
Wahr ist's, man wird auf kurze Zeit
Von deinen Künsten rühmlich sprechen;
Doch traue nicht, bald folgt der Neid
Und macht aus der Geschicklichkeit
Ein unvergebliches Verbrechen. «
~
Christian Fürchtegott Gellert, 3. Strophe von Der Tanzbär, 1746
Aus Blickfeld Deutsch, S. 155 (bibliogr.)
Aus Blickfeld Deutsch, S. 155 (bibliogr.)
25. Februar 2017
23. Februar 2017
» Wenn ein Baum entgipfelt wird, treibt er gern in Wurzelnähe neue Sprossen hervor, und so kehrt oft auch eine Seele, die in der Blüte krank wurde und verdarb, in die frühlingshafte Zeit der Anfänge und ahnungsvollen Kindheit zurück, als könnte sie dort neue Hoffnungen entdecken und den abgebrochenen Lebensfaden aufs neue anknüpfen. Die Wurzelsprossen geilen saftig und eilig auf, aber es ist ein Scheinleben, und es wird nie wieder ein rechter Baum daraus. «
~
Hermann Hesse, Unterm Rad, S. 118 (bibliogr.)
20. Februar 2017
» Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeint, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sondern durch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vollkommenheit bestehet. Der Besitz macht ruhig, träge, stolz –
Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir: wähle! Ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: Vater gib! die reine Wahrheit ist ja doch nur für dich allein! «
~
Gotthold Ephraim Lessing, Über die Wahrheit, 1778.
Aus Blickfeld Deutsch, S. 149 (bibliogr.)
Aus Blickfeld Deutsch, S. 149 (bibliogr.)
19. Februar 2017
18. Februar 2017
» Deshalb [...] darf sich der Weise ebensowenig beschweren, so oft er auch in den Kampf mit dem Geschick gezogen wird, wie es dem Tapferen nicht geziemt, sich zu erzürnen, wenn ihn das Kriegsgetümmel umtost. Denn für beide sind die Schwierigkeiten selbst der Stoff, für diesen, um Ruhm zu erstreben, für jenen, Weisheit auszubilden. Und deshalb heißt sie auch Tugend, weil sie, auf ihre Tauglichkeit gestützt, sich von Widerwärtigkeiten nicht überwinden läßt.
Ihr, die ihr auf dem Pfad der Tugend festen Fuß gefaßt habt, seid nicht gekommen, in Wonne zu zerfließen und in Wollust zu erschlaffen, ihr streitet den härtesten Kampf mit jederlei Geschick, auf daß euch nicht das traurige erdrücke, das angenehme verderbe. Nehmt mit starker Kraft die Mitte ein. Alles, was darunter bleibt oder darüber hinausgeht, enthält Verachtung der Glückseligkeit, nicht Belohnung der Mühe. In eure Hand ist es gelegt, wie ihr euch das Geschick gestalten wollt. Ein jedes, das rauh erscheint, straft, wenn es nicht übt oder bessert. «
~
Boethius, Trost der Philosophie,
4. Buch, S. 121
4. Buch, S. 121
» Denn wie es kein Bündnis gibt zwischen Guten und Bösen, so können die Bösen auch untereinander nie einig werden. Wie denn auch? Da ihr Gewissen durch Laster zerrissen ist, so daß jeder mit sich selbst in Zwiespalt gerät, so tun sie oft, was sie nach ihrem eigenen nachträglichen Urteil besser nicht getan hätten. Daraus hat die höchste Vorsehung oft das bemerkenswerte Wunder gewirkt, daß die Schlechten andre Schlechte zu Guten machen. Denn da es diesen scheint, als ob sie durch die ganz Schlechten Unrecht litten, kehren sie, von dem Haß gegen ihre Schädiger entbrannt, zum Gebrauch der Tugend zurück, indem sie sich bemühen, denen unähnlich zu sein, die sie haßten. «
~
Boethius, Trost der Philosophie,
4. Buch, S. 117
4. Buch, S. 117
16. Februar 2017
» Gleiche dem Besseren deinen Geist an, und du brauchst keinen belohnenden Richter, du hast dich selbst zu den Edleren geschart. Beuge aber dein Streben zum Schlechteren hinab, dann suche draußen keine Rächer, du hast dich selber in die Tiefen hinabgestoßen; gleichwie du, wenn du abwechselnd den schmutzigen Erdboden und den Himmel anschaust, ohne jeden äußeren Einfluß, nur durch deine Art zu sehen, jetzt im Kot, jetzt unter den Sternen zu weilen scheinst. «
~
Boethius, Trost der Philosophie,
4. Buch, S. 106
4. Buch, S. 106
9. Februar 2017
» Ich glaube nämlich, daß den Menschen ein widriges Geschick mehr als ein günstiges nützt. Dieses lügt nämlich immer unter dem Scheine der Glückseligkeit, während es zu schmeicheln scheint; jenes ist immer wahr, da es in seiner Veränderung seine Unstetheit zeigt; dieses täuscht, jenes belehrt. «
~
Boethius, Trost der Philosophie,
2. Buch, S. 50
2. Buch, S. 50
» Irgend jemand hatte einen Menschen, der nicht zur Übung wahrer Tugend, sondern aus Ruhmredigkeit fälschlich den Namen Philosoph angenommen hatte, mit Schmähungen angefahren und hinzugefügt, er werde bald wissen, ob jener ein Philosoph sei, wenn er nämlich die Beleidigungen sanft und geduldig ertrüge. Der nahm ein Weilchen Geduld an und sagte dann, als ob er sich über die erlittene Beleidigung hinwegsetzte: 'Begreifst du nun, daß ich ein Philosoph bin?' Darauf sagte der andre bissig: 'Ich hätte es begriffen, wenn du geschwiegen hättest.' «
~
Boethius, Trost der Philosophie,
2. Buch, S. 48
2. Buch, S. 48
8. Februar 2017
4. Februar 2017
» Be a lamp, or a lifeboat, or a ladder.
Help someone's soul heal.
Walk out of your house like a shepherd. «
~
Dschalal ad-Din ar-Rumi, Diwan-e Schams-e Tabrizi
» Sei eine Lampe, ein Rettungsboot oder eine Leiter.
Hilfe jemandes Seele zu heilen.
Trete wie ein Hirte aus deinem Haus. «
(Übersetzung: Nicolas von Kospoth)
30. Januar 2017
» [...] anytime you find someone more successful than you are, especially when you're both engaged in the same business - you know they're doing something that you aren't. «
~
Malcolm X in seiner Autobiographie, S. 21 (bibliogr.)
» [...] jedesmal wenn du auf jemanden stößt, der erfolgreicher ist als du – insbesondere wenn man im selben Geschäft tätig ist –, weißt du, dass sie etwas tun, was du nich tust. «
(Übersetzung: Nicolas von Kospoth)
29. Januar 2017
24. Januar 2017
22. Januar 2017
» Il n'y a que deux puissances dans le monde, le sabre et l'esprit. A la longue, le sabre est toujours battu par l'esprit. «
~
Napoléon Bonaparte
» Es gibt nur zwei Mächte in dieser Welt, den Säbel und den Geist. Auf die Dauer wird der Säbel immer durch den Geist geschlagen. «
(Übersetzung: Nicolas von Kospoth)
18. Januar 2017
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