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1. Februar 2026

»Ach, und auf das Können kam es ja einzig an in der Kunst!
Mochte man sagen, was man wollte, es war nur das Können, die Potenz, oder meinetwegen das Glückhaben, was in der Kunst entschied! Oft hatte ich ja selbst das Gegenteil gedacht und behauptet, daß es nicht darauf ankomme, was ein Mensch könne und wie virtuos er seine Kunst betreibe sondern bloß darauf, ob er wirklich etwas in sich trage und wirklich etwas zu sagen habe. Dummes Zeug! Jeder Mensch hatte etwas in sich, jeder hatte etwas zu sagen. Aber es nicht zu verschweigen und nicht zu stammeln, sondern es auch wirklich zu sagen, sei es nun mit Worten oder mit Farben oder Tönen, darauf einzig kam es an! Eichendorf war kein großer Dichter, und Renoir war vermutlich kein außerordentlich tiefer Mensch, aber sie hatten ihre Sache gekonnt! Sie hatte das, was sie zu sagen hatten, sei es nun viel oder wenig, vollkommen zum Ausdruck gebracht. Wer das nicht konnte, der mochte Feder und Pinsel wegwerfen! Oder aber er mochte hingehen und sich weiter üben, immer und immer wieder, und nicht nachgeben, bis auch er etwas konnte, bis auch ihm etwas glückte."  «

~ Hermann Hesse, aus "Ohne Krapplack", 1927
("Magie der Farben", Insel Taschenbuch 482, S. 36f)


4. März 2017


» In der Beurteilung von Musik gibt es in unserer Gesellschaft vier Kategorien von Menschen: jene zahlreichen, die nur ihrem rohen, ungeformten Geschmack folgen und nur durch Zufall auf gute Musik treffen, die Essenz dieser Musik jedoch auf Grund der unkultivierten Benommenheit ihrer Sinne nicht wirklich wahrnehmen; jene wenigen, die etwas mehr von Musik verstehen, weil sie vielleicht einmal ein Instrument erlernt haben oder häufig guter Musik ausgesetzt waren, diese aber nicht mit letzter Sicherheit erkennen können; jene noch geringeren an der Zahl, die tatsächlich etwas von Musik verstehen und in der Regel ein Instrument in derart fortgeschrittenem Maße beherrschen, dass sie davon leben können, die aus diesem Grunde allerdings auch schlecht gemachte Musik als gute darstellen, weil sie sie für ihre Zwecke vermarkten wollen und insbesondere den ersten beiden Kategorien von Menschen gefallen wollen (die zu demselben Zwecke noch nicht einmal davor zurückschrecken, die Seele guter Musik zu massakrieren); und jene seltenen, glücklichen Exemplare, die den Geist und die Seele der Musik wahrhaft erfasst und verstanden haben und ihr Urteil weder von finanziellen oder egozentrischen Interessen, noch von fehlgeleiteten, künstlich anerzogenen Ansichten, noch von falscher Rücksichtnahme und Demut vor großen Namen der Musikgeschichte leiten lassen. «

~ Nicolas von Kospoth


26. Januar 2017


» Paintings seem to be just loaned to you. You stop, but the painting goes on - if it is one that is worth going on. «

~ Errol Flynn, My Wicked, Wicked Ways, S. 17 (bibliogr.)



» Gemälde scheinen einem nur geborgt zu sein. Du endest, doch das Gemälde dauert fort – wenn es eines ist, das wert ist fortzudauern. «

(Übersetzung: Nicolas von Kospoth)


17. Januar 2017


» In dem Augenblick, in dem die Darstellung erfolgt, wird das Zeichnen selbst zur ständigen Überprüfung des wiederzugebenden Apparates. Die Zeichnung erprobt nachfolgende Versionen und macht durch die Darstellung Vorschläge zu ihrer Verbesserung. Zeichnen wird so zur mentalen Rede, zu einem kreativen Prozeß, der in seine, fortschreiten die Zeichnung als sein Instrument der Klärung und Kommunikation
verseht.
«

~ Anna Maria Brizio, Prof. für Kunstgeschichte,
in Leonardo - Künstler, Forscher, Magier, S. 53f,
zu Leonardo da Vincis Zeichnungen von
Maschinen und Apparaten


16. Januar 2017


» Die Erforschung der Natur führt zur Offenbarung des göttlichen Verstandes. In der Nachahmung der Natur gewinnt der Geist des Künstlers den schöpferischen Charakter des göttlichen Geistes. «

~ Augusto Marinoni, Leonardo - Künstler, Forscher, Magier,
S. 84


22. Dezember 2016


» Ich bin kein eigentlicher Kenner der Musik; [...] Ich beurteile die Musik blos nach dem allgemeinen Grundsazze aller schönen Künste, nach dem Grundsazze der Wahrheit und Natur. Die Musik, die auf menschliches Herz und menschliche Leidenschaft wirkt, die Freud und Leid, kurz jede Art der Empfindung rege macht, die etwas mehr, als Ohrenkizzel, die Nahrung der Seele ist: die Musik ist in meinen Augen vortrefflich, und das unleugbare Produkt eines musikalischen Genies. «

~ Johann Frierich Schink, 1782 in seinen
Dramaturgischen Fragmenten zur Oper
Die Entführung aus dem Serail.
Aus der W.A. Mozart-Biographie von Cliff Eisen,
S.104, limitierte Edition Mozart 225, 2016


18. Dezember 2016


» [...] wo die Natur aufhört, ihre Formen hervorzubringen, beginnt der Mensch mit natürlichen Dingen und mit Hilfe eben der Natur, eine unendliche Vielfalt an Formen zu schaffen. «

~ Leonardo da Vinci, zitiert in
Leonardo - Künstler, Forscher, Magier


3. Dezember 2016


» Versetzt das Standbild von seiner Stelle, so setzt ihr es auf seinen Kunstwert herab, so habt ihr nur noch ein Bild, wie ihr der Bilder mehr in euren Museen habt, die sonst in Tempeln Götter gewesen sind. «

~ Adelbert von Chamisso, Reise um die Welt, S. 431 (bibliogr.)